Krankenkassen

Zusatzbeitrag der AOK 

Aufgrund solider Finanzen musste bisher keine AOK einen Zusatzbeitrag erheben. Auch in 2011 konnten die die Allgemeinen Ortskrankenkassen sehr gut wirtschaften. Somit sind alle AOK ohne Zusatzbeiträge in das Jahr 2012 gestartet. 

Appell an die Regierung

Trotz der Tatsache, dass die AOK die letzten Krisenjahre ohne Zusatzbeiträge für ihre Mitglieder abschließen konnte, erwartet man von der schwarz-gelben Regierung weitere Maßnahmen. Doktor Herbert Reichelt, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, erklärte, mit der Gesundheitsreform sei nur eine kurze "Notoperation" vollzogen worden. Es fehle jedoch an nachhaltigen Strukturreformen zugunsten von mehr Wettbewerb. Die Krankenkassen bräuchten mehr Vertragsfreiheit, um wirtschaftlicher arbeiten zu können, so Reichelt. Es muss den Kassen möglich sein mit bestimmten spezialisierten Leistungserbringern in der stationären und ambulanten Versorgung selektive Verträge über planbare Behandlungen abzuschließen.  

Laut dem AOK-Vorsitzenden Reichelt wäre die Gesundheitsreform zu Lasten der Beitragszahler und zugunsten von Ärzten und Krankenhäusern gegangen. Einerseits wäre der Einheitsbeitrag auf 15,5 Prozent erhöht und die Begrenzung für Zusatzbeiträge aufgehoben worden, doch andererseits wären weiter steigende Krankenhausvergütungen in 2012 vorprogrammiert.  

Nullrunde für Krankenkassen

Reichelt kritisierte, dass die Ärzte zu hohe Honorarsteigerungen erhalten würden, was nicht im Interesse der Beitragszahler sei. Für die gesetzlichen Krankenkassen gebe es hingegen eine Nullrunde, denn alle Mehreinnahmen würden zunächst in die Rücklage des Gesundheitsfonds fließen und so nicht bei den Krankenkassen ankommen.