Zusatzbeitrag BKK Westfalen-Lippe
Die BKK Westfalen-Lippe ist mit Wirkung zum 01. Oktober 2010 durch Fusion mit der BKK N-ERGIE zur BKK vor Ort übergegangen. Seither kann die neue Betriebskrankenkasse eine sehr stabile Finanzentwicklung aufweisen. Die BKK vor Ort kann daher einen Zusatzbeitrag in 2012 definitiv ausschließen.
Vor der Fusion hatte die BKK Westfalen-Lippe seit dem 01. Februar 2010 rückwirkend zum 01. Januar 2010 einen Zusatzbeitrag von maximal zwölf Euro monatlich verlangt. Mit der Fusion konnte der Zusatzbeitrag jedoch gestrichen werden. Versicherte, die den Zusatzbeitrag im Voraus überwiesen hatten, bekamen den zu viel gezahlten Betrag von der BKK vor Ort erstattet.
2012 kein Zusatzbeitrag
Die BKK vor Ort verfügt derzeit über etwa 620.000 Versicherte und gehört damit zu einer der größten Betriebskrankenkassen in Deutschland. Die Kasse verfügt bundesweit über 67 Standorte in denen 1.250 Mitarbeiter beschäftigt sind. Allein in Nordrhein-Westfalen befinden sich 46 Standorten, in denen über
450.000 Kunden betreut werden. 2010 betrug das Haushaltsvolumen der BKK vor Ort 1,6 Milliarden Euro. Aufgrund der positiven finanziellen Bilanz am Ende des vergangenen Jahres und der Gesundheitsreform kann die BKK vor Ort in diesem Jahr auf einen Zusatzbeitrag verzichten.
Prozentualer Zusatzbeitrag gerechter
Vor der Fusion mit der BKK N-Energie musste die BKK-Westfalen-Lippe zunächst einen erheblichen Mitgliederverlust nach Einführung des Zusatzbeitrags verkraften. Damals waren etwa sieben Prozent der Versicherten abgewandert. Das betraf besonders junge Leute, die sich mit dem Zusatzbeitrag nicht zufrieden geben wollten.
Der Vorstandschef der BKK-Westfalen-Lippe, Willi Tomberge, hatte den Zusatzbeitrag von einem Prozent des Bruttoeinkommens damit begründet, dass gerechter sei als ein pauschaler Monatsbeitrag von acht Euro. Denn acht Euro könne man ohne Einkommensprüfung erheben und jeder Versicherte ist zur Zahlung verpflichtet. Bei dem prozentualem Beitrag wird jedoch geprüft, ob der Versicherte in der Lage ist, diese zu zahlen. Mit der Einkommensprüfung nahm die Krankenkasse jedoch viel Aufwand auf sich, denn sie musste das individuelle Einkommen aller Mitglieder prüfen, den Zusatzbeitrag berechnen und dann jedem einzelnen einen Brief mit der Höhe des Beitrages zusenden.