Fusion
AOK Plus nach Fusion: 2011 ohne Zusatzbeitrag
Montag, 28. Jun 2010, 10:03
AOK Plus und AOK Hessen beschließen Fusion für 2011
Die AOK Plus war in Sachsen und Thüringen ebenso wie die AOK in Hessen bisher mit 43 Prozent bzw. 30 Prozent der Versicherten Marktführer unter den gesetzlichen Krankenkassen. Für die 2,7 Millionen Versicherten der AOK Plus und die 1,5 Millionen Versicherten der AOK Hessen entstünden durch die Fusion keine Nachteile: Die Krankenversicherungskarten behielten nach wie vor ihre Gültigkeit und auch das Filialnetz bleibe bestehen, betonte Viktor Bernecker, Vorsitzender des Verwaltungsrates. Der Auftrag zur intensiven Prüfung der finanziellen, organisatorischen und personellen Grundlagen war von den beiden Verwaltungsräten bereits im November 2009 erteilt worden. Die zusammen geschlossenen Krankenkassen werden nach der Fusion rund 4,2 Millionen Menschen versichern und circa 8.500 Mitarbeiter beschäftigen. Die AOK Plus verfügt ab 2011 über ein jährliches Haushaltsvolumen von circa zwölf Millionen Euro.
Größeres gesundheitspolitisches Gewicht
Bernecker erhofft sich von der Fusion und dem Aufstieg zur viertgrößten gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland vor allem mehr Einflussmöglichkeiten in der Gesundheitspolitik. Außerdem sei die weitere Stabilisierung der beiden Krankenkassen in den Bundesländern Sachsen, Thüringen und Hessen wichtig, um im kommenden Jahr das Leistungsangebot für die Versicherten erweitern zu können. Herbert Schneider, Vorsitzender des Verwaltungsrates der AOK Hessen, stellt weiterhin attraktive Wahltarife, Modellvorhaben und integrierte Versorgungsaufträge in Aussicht, wie die AOK in einer Pressmitteilung verlauten ließ.
Kein Zusatzbeitrag für 2011
Bernecker teilte außerdem mit, dass die fusionierte AOK Plus auch zu Beginn des Jahres 2011 keinen Zusatzbeitrag erheben würde. Die derzeit stabile Finanzlage der Krankenkasse macht eine Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden wahrscheinlich. Insgesamt schließen mehr gesetzliche Krankenkassen eine Erhebung von Zusatzbeiträgen aus als von Experten prognostiziert wurde. Fusionen wie die der AOK sollen helfen, Verwaltungskosten einzusparen und die Positionen am Markt zu stärken. Kritisch ist die Lage jedoch für kleinere Krankenversicherungen, die mit einer problematischen Versichertenstruktur zu kämpfen haben: Sie versichern überwiegend Rentner, chronisch Kranke und Geringverdiener, was die Suche nach einem Fusionspartner erschwert.