Mehr Zusatzbeiträge

DAK-Chef: Zusatzbeiträge zur Fußball-WM

Mittwoch, 26. Mai 2010, 13:37
Die bisherigen Einsparungen im Gesundheitswesen genügen nicht, um das drohende Defizit der Krankenkassen ausgleichen zu können. Flächendeckende Zusatzbeiträge könnten daher schon während des Sommers 2010 kommen.
Die DAK vermutet, dass einige Krankenkassen zur Fußball-WM Zusatzbeiträge einführen.

Die DAK vermutet, dass einige Krankenkassen zur Fußball-WM Zusatzbeiträge einführen.

Trotz den kurzfristigen Sparmaßnahmen der Bundesregierung, wie dem Arzneimittelspargesetz, welches Ersparnisse von 1,5 bis zwei Milliarden Euro jährlich verspricht, stehen die gesetzlichen Krankenversicherungen weiter unter einem enormen finanziellen Druck. Kürzlich wurde bekannt, dass einige Pharmaunternehmen den Krankenkassen die Generikaabschläge für patentfreie, wirkstoffgleiche Arzneimittel verweigerten, wodurch ein Schaden von etwa 250 Millionen Euro entstanden sei, so der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen. Die Pharmahersteller hätten ihre Medikamente nicht korrekt gekennzeichnet, um den Generikaabschlag zu verhindern.

Zusatzbeiträge während der Fußball-WM

Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) erhebt seit Februar einen Zusatzbeitrag von pauschal acht Euro. Der Vorsitzende der DAK, Herbert Rebscher, rechnet jedoch damit, dass sich auch die anderen Krankenkassen dem steigenden Kostendruck bald nicht mehr entziehen können. Rebscher rechnet damit, dass viele Krankenkassen die Zeit der Fußball- Weltmeisterschaft nutzen, um unbemerkt einen Zusatzbeitrag erheben zu können. 

Elf Milliarden Euro Defizit

Indessen hat das Bundesversicherungsamtes das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen für das kommende Jahr auf rund elf Milliarden Euro geschätzt. Maximilian Gaßner, Verwalter des Gesundheitsfonds, hält den Zusatzbeitrag insgesamt für eine Fehlkonstruktion. So lange der Zusatzbeitrag auf ein Prozent des Einkommens begrenzt wäre, würden die Zusatzbeiträge niemals ausreichen, um ein Milliardendefizit zu verhindern.

Gaßner forderte daher die kostenlose Familienversicherung zu überdenken. Außerdem sei das Gehalt keine ausreichende Beitragsbemessungsgrundlage, um den Beitrag der Krankenversicherung bemessen zu können, so der Gesundheitsfonds-Verwalter.