Gesetzliche Neuerungen

Krankenversicherung 2012 - Was sich für Versicherte ändert

Donnerstag, 15. Dez 2011, 14:16
Weniger Zusatzbeiträge, neue Einkommensgrenzen und einzelne Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung (PKV) - In Bezug auf die Krankenversicherung hält auch das kommende Jahr wieder zahlreiche Veränderungen bereit. Was sich genau für die Versichertengemeinschaft ändert und was Versicherungsnehmer 2012 beachten sollten.
Veränderungen bei Krankenkassen und Zusatzbeiträgen 2012

Veränderungen bei Krankenkassen und Zusatzbeiträgen 2012

Lange Zeit sorgten immer wieder neue Prognosen über steigende Zusatzbeiträge für Verunsicherung bei den rund 70 Millionen Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Nun hat sich die Lage zumindest kurzfristig entspannt: Aufgrund einer positiven Finanzentwicklung und milliardenschwerer Überschüsse kann die GKV mit einem guten Finanzpolster in das Jahr 2012 gehen. Eine erneute Anhebung des allgemeinen Beitragssatzes von derzeit 15,5 Prozent ist daher nicht vorgesehen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Zusatzbeiträge. Neun der aktuell elf Krankenkassen werden im kommenden Jahr auf ihren Extrabeitrag verzichten. Bei den verbleibenden zwei Kassen wird derzeit noch über den Zusatzbeitrag verhandelt. In der PKV sind dagegen Beitragsanpassungen 2012 in einzelnen Tarifen nicht zu verhindern. Personen, die einen Wechsel der Krankenversicherung in Erwägung ziehen, sollten die Leistungsangebote der Anbieter genauestens vergleichen.

Neue Einkommensgrenzen in der Krankenversicherung 2012

Wie jedes Jahr werden auch im kommenden Jahr die Einkommensgrenzen in der Krankenversicherung wie auch in anderen Sozialversicherungszweigen an die allgemeine Lohn- und Gehaltsentwicklung per Rechtsverordnung angepasst. Die Beitragsbemessungsgrenze der Kranken- und Pflegeversicherung steigt demnach von 44.550 Euro jährlich/ 3.712,50 Euro monatlich (2011) auf 45.900 Euro jährlich/ 3.825,00 Euro monatlich (2012). Die für die PKV relevante Versicherungspflichtgrenze wird im kommenden Jahr um 3,03 Prozent auf 50.850,00 Euro jährlich und 4.237,50 Euro monatlich angehoben.

2012 wahrscheinlich ohne Zusatzbeiträge

Dank des Arzneimittel-Sparpakets und der guten Konjunktur können die gesetzlichen Krankenkassen wieder positiv in die Zukunft blicken. GKV-Mitglieder profitieren von der Abschaffung der Zusatzbeiträge. Neun Krankenkassen haben dies bereits offiziell bestätigt. Offen ist die Lage lediglich noch bei den zwei Betriebskrankenkassen mit Zusatzbeitrag BKK Hoesch und der BKK Publik. Trotz der derzeit guten Lage prognostizieren Experten, dass die Extrabeiträge bei einigen Krankenkassen spätestens nach 2013 wieder eingeführt werden müssen. Nach der City BKK muss zudem auch eine weitere Krankenkasse geschlossen werden. Zum 31.12.2011 wird die BKK für Heilberufe ihren Geschäftsbetrieb einstellen. 

Veränderungen in der privaten Krankenversicherung

Bei den PKV-Unternehmen müssen die privaten Versicherungsnehmer hingegen mit zum Teil deutlich höheren Prämien rechnen. In einigen Tarifen ist eine Beitragssteigerung von 30 bis 40 Prozent zu rechnen. Der Grund: Neben den Auswirkungen des medizinisch-technischen Fortschritts und der demografischen Alterung müssen insbesondere Verluste durch die Einführung der Billigtarife und durch zahlreiche Nichtzahler ausgeglichen werden. Des Weiteren sind die privaten Anbieter bis spätestens 21. Dezember 2012 dazu verpflichtet, sogenannte Unisex-Tarife, d.h. geschlechtsneutrale Tarife einzuführen. 

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