Gesundheitsprämie
Studie: Kopfpauschale spart 4,5 Milliarden Euro
Dienstag, 29. Jun 2010, 11:51
Die Kopfpauschale könnte den Bund um 4,5 Milliarden Euro entlasten.
Das Institut für deutsche Wirtschaft in Köln hat anhand von Daten des Statistischen Bundesamtes verschiedene Varianten der Gesundheitsprämie gründlich geprüft und herausgefunden, dass die Kopfpauschale den Bundeshaushalt deutlich entlasten könnte. Dem Institut zufolge, wäre es bereits ausreichend, dass jedes erwachsene Krankenkassen-Mitglied eine monatliche Kopfpauschale von 250 Euro entrichtet, um die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung decken zu können. Die Studie beschäftigt sich auch mit dem Sozialausgleich für Geringverdiener. Dabei kam sie zu dem Ergebnis, dass dieser bis zu 26 Milliarden Euro kosten könnte. Diese Summe würde jedoch durch höhere Steuereinnahmen, verursacht durch die Kopfpauschale, größtenteils ausgeglichen werden. Aufgrund der Ergebnisse sprach sich das Institut für die Einführung einer Kopfpauschale aus.
Kopfpauschale von 250 Euro ausreichend
Die Studie hat unter anderem untersucht, welche finanzielle Auswirkung eine vollständige Umstellung der gesetzliche Krankenversicherung auf die Gesundheitsprämie hätte. In diesem Fall würde jeder gesetzlich versicherte Erwachsene eine Kopfpauschale von 250 Euro monatlich zahlen und der bisherige Arbeitgeberanteil in Höhe von sieben Prozent soll an die Versicherten ausgeschüttet werden. Laut der Studie würde allein dieses Modell ausreichen, um die gesamten Ausgaben der Krankenkassen für das Jahr 2009 decken zu können.
Entlastung in Milliardenhöhe möglich
Die Einführung der Kopfpauschale könnte für den Staat eine Erhöhung der Steuereinnahmen von mehr als 15 Milliarden Euro zur Folge haben, so die Studie. Grund dafür ist, dass ein Teil der gesetzliche Versicherten durch die Pauschale weniger zahlen müssten, als bisher, und sich dadurch deren zu versteuerndes Einkommen erhöhen würde. Verrechne man die Mehreinnahmen mit den nötigen Ausgaben werde deutlich, dass der Bund dem Gesundheitsfonds nur noch etwa 11,2 Milliarden Euro zuschießen müsste.
Bisher sind es ca.15,7 Milliarden Euro. Insgesamt könnte der Bundeshaushalt daher durch die Kopfpauschale um bis zu 4,5 Milliarden Euro entlastet werden. Das Institut der deutschen Wirtschaft befürwortet die Einführung einer vollständigen Kopfpauschale. Laut Aussage des Instituts wäre eine Kopfpauschale billiger, als das bisherige Finanzierungskonzept und sorge zudem für Kostenbewusstsein und Preistransparenz.
Sozialausgleich vorgesehen
Für Haushalte, die eine Kopfpauschale aus finanziellen Gründen nicht bewerkstelligen könnten, berechnet die Studie zudem die Kosten, die für einen Sozialausgleich notwendig wären. Dabei gehen die Experten davon aus, dass jeder Arbeitnehmer mit einem Einkommen unter 1.515 Euro diesen sozialen Ausgleich benötigt, was ungefähr 38 Prozent der Bevölkerung betreffen würde. Ein Sozialtransfer mit diesem Ausmaß hätte Kosten von mehr als 26 Milliarden Euro zur Folge.