Krankenkassenbeiträge
TK-Chef: Beitragserhöhung nicht ausreichend
Dienstag, 06. Jul 2010, 14:05
Für TK-Chef Klusen sind die aktuellen Reformen ungenügend.
Der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse (TK) Norbert Klusen geht davon aus, dass die geplanten Mehreinnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung höchstens bis 2011 reichen werden. Das erklärte er in einem Interview mit der Südwest-Presse. Grund dafür seien die weiter steigenden Ausgaben der Krankenkassen. Angesichts der finanziellen Notlage hält Klusen die Anhebung des Beitragssatzes und die Erhöhung der Zusatzbeiträge für angemessen. Das reiche jedoch nicht aus. Ginge es nach dem TK-Chef, sollte die Begrenzung der Zusatzbeiträge vollkommen abgeschafft werden. Außerdem plädierte Klusen für die Abschaffung des Einheitsbeitrags. Die Techniker Krankenkasse will bis zum Jahresende ohne Zusatzbeiträge auskommen.
Höhere Beiträge unvermeidbar
Wie die Südwest-Presse berichtet, zeigt sich Norbert Klusen skeptisch darüber, ob die geplanten Reformmaßnahmen längerfristig wirksam sind. Klusen hält die Anhebung des einheitlichen Beitragssatzes auf 15,5 Prozent sowie die Anhebung des Zusatzbeitrags für unumgänglich, denn der gesetzlichen Krankenversicherung droht ein Defizit in Milliardenhöhe. Er gehe jedoch davon aus, dass diese Mehreinnahmen nur bis 2011 ausreichen werden, da die Ausgaben weiter steigen würden, so die Südwest-Presse.
Mehr Unterstützung für Geringverdiener
Aufgrund der aktuellen Lage forderte Norbert Klusen mehr Souveränität für die gesetzlichen Krankenkassen. Der TK-Chef fände es sinnvoll, die Höchstgrenze für den Zusatzbeitrag gänzlich abzuschaffen. Für Geringverdiener wäre diese Erhöhung besonders schwerwiegend. Das sei seiner Meinung nach sehr bedauerlich, aber nicht zu verhindern. Aus diesem Grund sollte es einen steuerfinanzierten Sozialausgleich geben, der Geringverdiener finanziell unterstützt, so Klusen. Zudem sollten sich auch die Arbeitgeber verstärkt an der Mehrbelastung beteiligen.
Klusen sprach sich in dem Interview außerden dafür aus, den einheitlichen Beitragssatz wieder abzuschaffen. Könnten die Krankenkassen den Beitragssatz selbst festlegen, hätten sie wieder die volle Beitragssouveränität und könnten in einen stärkeren Wettbewerb treten, so Klusen gegenüber der Südwest-Presse.
2010 kein Zusatzbeitrag
Laut Norbert Klusen plant die Techniker Krankenkasse bis zum Jahresende und möglicherweise bis in das nächste Jahr hinein keine Zusatzbeiträge. Das hänge besonders von den Beschlüssen der Koalition, der Wirksamkeit der Sparmaßnahmen sowie der Jahresschlussabrechung für 2009 ab, erklärte Klusen.