Versicherte
Wechsel in private Krankenversicherung als Alternative
Die Einführung der Zusatzbeiträge hat 2010 für viel Aufsehen gesorgt. Im Laufe des Jahres entschlossen sich immer mehr Krankenkassen dazu, Zusatzbeiträge zu erheben. Zahlreiche Versicherte wechselten daraufhin ihre Krankenkasse, um so den höheren Beiträgen zu entgehen. Eine andere Alternative bietet sich für freiwillig gesetzlich Versicherte: Sie können in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln und dort einen individuell zusammengestellten Gesundheitsschutz genießen.
Sonderkündigungsrecht rechtzeitig nutzen
Die Zahlung des Zusatzbeitrags ist prinzipiell nur durch einen Wechsel des Anbieters zu umgehen. Die betroffenen Versicherten erhalten mit der Erhebung des Zusatzbeitrags ein Sonderkündigungsrecht. Innerhalb von zwei Monaten kann der Versicherungsnehmer zu einer Krankenkasse ohne Zusatzbeitrag oder in eine private Krankenversicherung wechseln. Entscheidet sich der Versicherte allerdings gegen einen Wechsel, muss er auch der Zahlungsaufforderung seiner Krankenkasse fristgerecht nachkommen. Zahlungsverweigerern drohen Mahnverfahren oder im schlimmsten Falle sogar Vollstreckungsmaßnahmen.
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Alternative: Private Krankenversicherung
Die Bundesregierung hat den gesetzlichen Krankenkassen auch für 2012 einen Zusatzbeitrag eingeräumt. Durch die weiter steigenden Kosten im Gesundheitswesen rechnen Gesundheitsexperten allerdings damit, dass bald ein Großteil aller Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben wird. Doch nicht nur durch den Zusatzbeitrag, sondern auch durch den höheren Beitragssatz sehen sich Kassenpatienten seit 2011 mit zusätzlichen Kosten belastet.
Vor allem für freiwillig Versicherte lohnt es sich in diesem Zusammenhang über einen Wechsel in die private Krankenversicherung nachzudenken. Selbständige und gut verdienende Angestellte, deren Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt, können in der privaten Krankenversicherung zahlreiche Vorteile genießen. Wer sich schon früh für die PKV entscheidet, kann durch das geringe Einstiegsalter und einen guten Gesundheitszustand von günstigeren Beiträgen profitieren.
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Wann der Wechsel für Kassenpatienten lohnt
Durch die Zusatzbeiträge wurde eine regelrechte Wechselwelle ausgelöst. Tausende Kassenpatienten wechselten die Krankenkasse oder schlossen eine private Krankenversicherung ab. Letzteres steht nur bestimmten Personen und Berufsgruppen offen: Beamte, Freiberufler, Selbständige, Studenten und Angestellte mit einem Verdienst über der Versicherungspflichtgrenze. Häufig werden Wechselwillige allerdings mit den verschiedensten Angeboten überhäuft und dadurch nur zusätzlich verunsichert.
Vergleich der Leistungen und Beiträge
Besonders die Leistungen der Krankenversicherung sind ein wichtiges Kriterium während eines Wechsels. Während in der gesetzlichen Krankenversicherung die Leistungen fast identisch sind, unterscheiden sich die Angebote der privaten Anbieter erheblich. Und auch die monatlichen Beiträge können von Anbieter zu Anbieter stark variieren. Das Bundesversicherungsamt (BVA) und Verbraucherschutzorganisationen empfehlen daher, vor einem Wechsel die verschiedenen Versicherungsmöglichkeiten zu vergleichen. Keinesfalls sollte ein Wechsel voreilig erfolgen.