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Hintergrund: Die Kopfpauschale 

Die Einführung des Zusatzbeitrags ist Teil der aktuellen Gesundheitsreform, die zu einem effektiveren, wirtschaftlicheren Gesundheitssystem verhelfen soll. Dabei ist die Gesundheitsreform durch zwei Legislaturperioden und den dazugehörigen Koalitionen geprägt. Während der Gesundheitsfonds und der Zusatzbeitrag noch durch die Koalition (CDU,SPD) in der letzten Legislaturperiode beschlossen wurde, hat  die neue Koalition von CDU,CSU und FDP die zweite Phase der Reform realisiert. Ursprünglich sollte mit dieser Gesundheitsreform die Kopfpauschale eingeführt werden. Das besonders von der FDP favorisierte Modell fand allerdings keine Mehrheit in der Koalition, sodass eine "Weiterentwicklung" des Zusatzbeitrags beschlossen wurde. Seit 2011 dürfen Krankenkassen daher Zusatzbeiträge in unbegrenzter Höhe erheben. Kritiker bezeichnen dies als "Kleine Kopfpauschale" oder "Kopfpauschale durch die Hintertür".

Das Konzept

Bei der Kopfpauschale handelt es sich um einen einkommensunabhängigen Krankenkassenbeitrag, welchen gesetzlich Versicherte anstelle des herkömmlichen Beitrags entrichten sollen (Prämienmodell). Daneben sollen die Arbeitgeberanteile an der Krankenversicherung eingefroren werden, sodass die Lohnnebenkosten von den Gesundheitskosten entkoppelt werden. Ziel soll die Sicherung von Arbeitsplätzen sein. Laut Regierung sollte die Kopfpauschale ab 2011 stufenweise realisiert werden. Versicherte, welche sich die Pauschalprämie nicht leisten können, sollten einen Sozialausgleich erhalten, der die fälligen Kosten übernimmt und durch Steuermittel finanziert werden sollte. Diese Prinzipien werden nun auf den erweiterten Zusatzbeitrag angewendet.

Kritikpunkte

Die Kopfpauschale und der dazugehörige Sozialausgleich wurden stark kritisiert und waren verantwortlich für große Dispute zwischen den Koalitionsparteien. Um die Rahmenbedingungen der Kopfpauschale ermitteln zu können, hatte die Regierung eine Sonderkommission aus führenden Ministern und Koalitionsmitgliedern ernannt. Gegner der Kopfpauschale halten das Modell für unsozial und nicht realisierbar. Kritiker befürchten zudem, dass Millionen von Deutschen auf den Sozialausgleich angewiesen sein werden und damit zu Bittstellern des Staates würden.